CSRD und ESRS verändern den europäischen Markt grundlegend. Die größte Herausforderung ist die Erfassung von Scope 3 entlang der Wertschöpfungskette.
Obwohl KMU nicht direkt unter CSRD fallen, müssen sie ihren Großkunden präzise Emissionsdaten liefern. VSME beantwortet dieses Informationschaos.
Inhaltsverzeichnis
Rechtsrahmen: CSRD, ESRS E1 und Scope 3
CSRD verpflichtet große Unternehmen und Unternehmen von öffentlichem Interesse zu Nachhaltigkeitsberichten nach ESRS. ESRS E1 „Klimawandel“ verlangt ein vollständiges Emissionsprofil nach GHG Protocol:
- Scope 1: direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen, etwa Produktion und Fuhrpark.
- Scope 2: indirekte Emissionen aus eingekauftem Strom, Wärme, Kälte oder Dampf.
- Scope 3: alle weiteren indirekten Emissionen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette.
Wenn Scope 3 wesentlich ist – in Produktion, Bau und Logistik häufig 80–90 % – muss er berichtet und mit Reduktionsplänen verbunden werden.
Marktdruck: Dominoeffekt der Lieferkette
Große Unternehmen können Net-Zero-Ziele nur mit ihren Lieferanten erreichen. Früher wurden Lieferantenemissionen meist aus Rechnungswerten und Branchendurchschnitten geschätzt. Diese Methode ist ungenau und belegt keine echte Dekarbonisierung.
Banken, Prüfer und Einkaufsabteilungen verlangen daher Primärdaten, also tatsächliche Emissionsinventare der Zulieferer. Fehlende Bereitschaft führt zu schlechteren Lieferantenbewertungen, Ausschluss aus Ausschreibungen und höheren Finanzierungskosten.
VSME als EU-Schutzschild für KMU
Um bürokratische Überlastung und widersprüchliche Kundenfragebögen zu verhindern, entwickelte EFRAG den freiwilligen VSME-Standard für nicht direkt CSRD-pflichtige Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen. Ein einheitliches Profil kann Vertragspartnern, Banken und Versicherern vorgelegt werden.
Die modulare Struktur umfasst:
- Basismodul: Grundkennzahlen zu Energie sowie Scope 1 und 2, insbesondere für Kleinstunternehmen.
- Narratives Modul: Umwelt- und Sozialrichtlinien, Ziele und Maßnahmen.
- Geschäftspartnermodul: Zusätzliche, in Ausschreibungen häufig verlangte Kennzahlen einschließlich Scope-3-Elementen.
VSME zeigt genau, welche Daten wesentlich sind, und verhindert teure Doppelanalysen.
Von Schätzungen zu Primärdaten
Verlässliche VSME-Berichte folgen dem GHG Protocol.
1. Organisations- und Betriebsgrenzen
Es wird festgelegt, welche Werke, Tochtergesellschaften und Fahrzeugflotten nach operativer oder finanzieller Kontrolle konsolidiert werden.
2. Aktivitätsdaten erfassen
Finanzielle Näherungen werden durch physische Einheiten ersetzt: kWh Strom, Liter oder Kubikmeter Brennstoff sowie Kilogramm oder Tonnen Rohstoffe.
3. Emissionsfaktoren auswählen
Die Mengen werden mit wissenschaftlich geprüften Faktoren aus DEFRA, ecoinvent oder nationalen Quellen wie KOBiZE multipliziert.
GHG-Emissionen (CO₂e) = Aktivitätsdaten × Emissionsfaktor
Audit-Ready mit NEOGAGE
Manuelle Faktordatenbanken und Excel-Bilanzen bergen hohe Methodenfehler. NEOGAGE Carbon Footprint und NEOGAGE ESG automatisieren die Prüfung:
- Algorithmen nach GHG Protocol und VSME werden laufend aktualisiert.
- Jeder manuell oder per API erfasste Datenpunkt besitzt eine transparente Herkunftshistorie vom Quelldokument bis zur Berichtszahl.
- Lieferantendaten werden standardisiert erfasst und in übersichtlichen Dashboards dargestellt.
Fazit für die Unternehmensleitung
CSRD und VSME beenden Schätzungen nach Bauchgefühl. Der CO₂-Fußabdruck ist eine neue Währung in europäischen B2B-Beziehungen. Für KMU ist ein digitales Emissionsmanagement eine Investition in Umsatzsicherheit, wichtige Verträge und Wettbewerbsvorteile. NEOGAGE reduziert Verwaltungsaufwand und erleichtert Marktprüfungen.
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